Young Money Guide – von Henning Jauernig. Rezension

Bewertet mit 4 von 5

Young Money Guide – Richtig mit Geld umgehen und mehr vom Leben haben. Viele junge oder auch ältere Menschen bzw. Menschen mittleren Alters wissen nicht, wie sie finanziell für ihr Alter vorsorgen sollen. Manche unternehmen gar nichts, auch aus Unwissenheit, und andere überlassen die Finanzen z. B. ihrer Bank. Aber was das alles für Verträge sind und wieviel Gebühren dafür draufgehen, wissen sie nicht, auch nicht, was für Alternativen es gibt. Der Wirtschaftsjournalist Henning Jauernig möchte seinen Lesern helfen, die wichtigsten Finanzfragen selbst lösen zu können und bietet alles dazu an, von der Anlage über Versicherungen bis hin zur Steuer.

Rezension zu "Young Money Guide"

Einige Menschen wundern sich, dass sie immer zu wenig Geld haben bzw. zu haben scheinen. Um den Geldfluss zu überprüfen schlägt Jauernig ein Haushaltsbuch vor. Hierin wird genau festgehalten, wieviel Geld reinkommt und wieviel Geld wofür ausgegeben wird – so werden die Geldfresser entlarvt und Sparpotenziale entdeckt. Um sich die Ausmaße der Kosten vor Augen zu führen, erläutert Jauernig die 752-Regel: Eine wiederkehrende wöchentliche Ausgabe mit 752 multipliziert gibt an, wie hoch die Summe nach 10 Jahren ist.

Der Coffee-to-go, der in der Woche 15 Euro kostet, ergibt nach 10 Jahren stolze 11.280 Euro. Gerade auch bei größeren Ausgaben wie z. B. den laufenden Kosten für ein Auto lohnt sich so eine Rechnung – um sich dann evtl. für die Öffis zu entscheiden. Neben weiteren Spartipps geht Jauernig auch auf das Humankapital und die Gesundheit ein – beides dient der Verbesserung der Arbeitskraft und somit für mehr Geld in der Kasse.

Konto & Kredit

Es gibt leider immer noch Menschen, die für ihr Konto Gebühren zahlen; doch das muss nicht sein. Es gibt zahlreiche Direktbanken, die das Girokonto bei einem Mindestgeldeingang oder grundsätzlich für junge Leute kostenlos anbieten. Der Vorteil von Direktbanken liegt nicht nur in der kostenlosen Kontoführung, sondern auch in der freien Wahl des Geldautomatens dank einer kostenlosen Kreditkarte. Um finanziell auf alles vorbereitet zu sein, kommt im Buch auch der Notgroschen zur Sprache. Am besten ca. 3 Nettomonatsgehälter auf einem verzinsten Tagesgeldkonto. Zudem gibt es Checklisten zur Kontoeröffnung, zur Einrichtung eines Tagesgeldkontos und für eine Kreditaufnahme.

Geld anlegen und investieren

Viele sehen auch in heutiger Zeit Aktien noch als Teufelszeug an. Doch gerade die Millennials sollten ihre Finanzen in die Hand nehmen und sich mit Aktien an den Gewinnen der Unternehmen beteiligen. Jauernig erklärt, wie dies ganz einfach und passiv mit ETFs (passiv verwaltete Indexfonds, z. B. auf den DAX) funktioniert und welche Rendite diese langfristig bei überschaubarem Risiko bringt. Wichtig dazu ist die langfristige Anlage und eine breite Streuung, die z. B. bei einem ETF auf einen Welt-Index gegeben ist – dies ist zumindest deutlich einfacher, als sich selbst um die Aktienauswahl und den dazugehörigen Unternehmensbewertungen zu kümmern, und auch deutlich günstiger, als sein Geld einem Banker bzw. Fondsmanager zu geben. Denn zu hohe Gebühren fressen die Rendite auf. Schon mit kleinen Summen von z. B. 25 € kann mittels Sparplan in ETFs investiert werden. Die Einstiegshürde ist also sehr niedrig. Und mit einem Welt-ETF setzt man auf die gesamte Marktrendite – die man als Privatanleger mit Einzelaktien sehr wahrscheinlich sowieso nicht schlagen kann. Jauernig erklärt gründlich und anschaulich, wie man zum einen größere Einmalsummen und zum anderen einen Sparplan anlegt – von der Auswahl eines oder mehrerer ETFs über die Depot-Eröffnung bis zum Kauf. Auch auf die Börsenpsychologie (was tun bei einem Crash?) geht Jauernig kurz ein.

Was genau ein ETF ist und wie du schon mit kleinen Summen investieren kannst, erfährst du in meiner Video-Anleitung.

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Rente & Versicherungen

In diesem Kapitel erfährt der Leser, welche Rentenformen es gibt, von der gesetzlichen Rente bis zu privaten Absicherungen und was davon wann sinnvoll ist. Denn die gesetzliche Rente allein wird nicht reichen, wie Jauernig aufzeigt. Auch die Wahl der Versicherungen will gut überlegt sein. Was gibt es alles, was braucht man, was eher nicht und wie sehen die Kosten aus?

Bauen & Wohnen

Gerade wenn man in die erste eigene Wohnung zieht und diesbezüglich noch unerfahren ist, helfen die Hinweise von Jauernig zum Mietvertrag und zu den Nebenkosten. Auch das Thema Bauen/Hauskauf spricht er an, das auch für viele junge Menschen zum Thema wird. Die eigengenutzte Immobilie steht beim Thema Vermögensaufbau in Konkurrenz zu Aktien und ETFs und schneidet nicht immer besser ab, zumal viele Kaufnebenkosten hinzu kommen. Auch im Blick auf Job- und Städtewechsel muss eine Immobilie gut durchdacht sein. Und natürlich wird auch der Bausparvertrag angesprochen. Besonders wichtig sind natürlich das Bankgespräch und die Kreditkonditionen.

Steuern

Auch wer nicht zu einer Steuererklärung verpflichtet ist, sollte eine machen, denn es gibt im Schnitt 1000 € zurück. Besonders positiv auf die Rückzahlungshöhe wirken sich berufliche Ausgaben wie Fahrtkosten aus, aber auch z. B. Handwerkerkosten, Mietnebenkosten, Sozialversicherungsbeiträge. Auch jobbende Studenten können viel Geld zurück erhalten oder auch ohne Job Verluste geltend machen.

Der Traum von finanzieller Unabhängigkeit

Mit 40 oder 45 in Rente gehen, Zeit für die Familie und Hobbys haben – das ist der neue Trend und Traum vieler junger Menschen. Mit Disziplin, einem guten Einkommen und Kapitalanlagen kann man dieses Ziel erreichen. Mit einem normalen Einkommen wird es aber nicht für einen gehobenen Lebensstandard reichen – aber eben für ein Leben mit viel Freizeit.

Fazit

Ein gutes Buch zum Einstieg. Leicht zu lesen und schön gestaltet mit Checklisten und Grafiken. Das Buch ist ein Gewinn für alle, die sich bisher noch nicht mit ihren Finanzen beschäftigt haben und alles über Konten, Verträge, Sparmöglichkeiten, Investieren, Versicherungen und dergleichen wissen möchten.

Einige Tipps lassen sich aber noch toppen. Henning Jauernig kommt z. B. nicht auf die Idee, statt Neues zu kaufen mal nach gebrauchten bzw. generalüberholten Produkten Ausschau zu halten, die genauso gut und ebenso mit Gewährleistung ausgestattet sind (weitere Infos hier: gebraucht kaufen). Damit sparst du nämlich weit mehr – und Cashback-Systeme, die er vorschlägt, kannst du oft trotzdem nutzen, z. B. Shoop*. Wie Cashback funktioniert, erfährst du hier: Cashback-Apps. Dem Gedanken der finanziellen Freiheit gegenüber ist er eher negativ eingestellt. Er nennt hier den Aspekt der offensichtlich falschen Berufswahl, wenn man früher in Rente gehen möchte. Viele sogenannte Frugalisten wollen aber lediglich von einem Arbeitgeber unabhängig sein und eigene Projekte verfolgen. Und dazu gibt ein finanzielles Polster, eben von passiven Einnahmen leben zu können, Sicherheit. Man kann arbeiten, muss aber nicht. Mit 40 in „Rente“ zu gehen heißt ja nicht, fortan nichts mehr zu tun – sondern eben frei entscheiden zu können, was man tut.

Hast du das Buch schon gelesen? Teile deine Eindrücke gern mit allen LeserInnen unten in den Kommentaren! 🙂 👇🏻

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